Active Directory gehackt – wie geht das?

Ein Active Directory (AD) ist eines der wichtigsten Systeme eines Netzwerks. Durch das Verzeichnissystem werden Benutzerkonten, Computer, Gruppen und Richtlinien zentral verwaltet: Wer es kontrolliert, besitzt weitreichende Kontrolle der IT-Landschaft.

Hackern ĂŒber die Schulter schauen

Hacker haben es deshalb oft auf das Microsoft AD abgesehen. Um ein Active Directory anzugreifen, werden mehrere SchwĂ€chen in der IT-Infrastruktur ausgenutzt. Wie solch ein Angriff aussehen kann, zeigt aramido in einer Sondersendung ĂŒber Hacker-Angriffe. Schauen Sie Hackern ĂŒber die Schulter, wie sie die vollstĂ€ndige Kontrolle einer Windows-DomĂ€ne ĂŒbernehmen können.

In der Sondersendung ĂŒber Hacker-Angriffe wird gezeigt, wie ein Mitarbeiter eines Unternehmens gephisht wird. Hackern gelingt der Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk, wo sie durch einen Wörterbuchangriff einen Server ĂŒbernehmen können. Sie lauschen im Netzwerk mit und können durch LLMNR-Poisoning das Konto eines lokalen Administrators ĂŒbernehmen. Durch den falschen Einsatz eines DomĂ€nenadministrator-Benutzers kann dessen Passwort erspĂ€ht werden. Unzureichende Netzwerksegmentierung kann die vollstĂ€ndige Übernahme des Active Directories nicht mehr verhindern. Es stellt sich heraus, dass die Sondersendung ĂŒber Hacker-Angriffe eine Demonstration eines Red Teaming Assessments ist, das von aramido im Auftrag eines Unternehmens als SicherheitsprĂŒfung durchgefĂŒhrt wurde.

10-Punkte-Plan zur Absicherung von Windows-DomÀnen

Damit wichtige Systeme einer IT-Infrastruktur vor Hackern sicher bleiben, braucht es ein gutes Sicherheitskonzept, fĂ€hige Sicherheitsexperten und regelmĂ€ĂŸige SicherheitsĂŒberprĂŒfungen. Neben individuellen Maßnahmen, die den Anforderungen eines Unternehmens gerecht werden, empfehlen wir zur Absicherung eines Active Directories (AD) folgenden 10-Punkte-Plan:

  1. Starke Authentifizierung implementieren
    • Verwenden Sie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) mindestens fĂŒr alle DomĂ€nenbenutzer und -administratoren.
    • Verwenden Sie Smartcards, Hardware-Tokens oder biometrische Authentifizierungsmethoden.
  2. Sicherheitseinstellungen hÀrten
    • Konfigurieren Sie Gruppenrichtlinien-Objekte (GPOs), um Sicherheitsrichtlinien durchzusetzen.
    • Aktivieren Sie die selektive Authentifizierung fĂŒr bestimmte Benutzer und Gruppen.
    • Implementieren Sie Network Access Control (NAC)-Lösungen, um den GerĂ€tezugriff zu kontrollieren.
  3. Passwörter schĂŒtzen
    • Verwenden Sie einen Passwort-Manager, um komplexe Passwörter zu erstellen und zu speichern.
    • Implementieren Sie Passwortrichtlinien, die eine MindestlĂ€nge, Einzigartigkeit und hohe KomplexitĂ€t vorschreiben.
  4. Benutzerzugriffe kontrollieren
    • Implementieren Sie eine rollenbasierte Zugriffskontrolle (RBAC), um die Berechtigungen der Benutzer auf der Grundlage ihrer Rollen einzuschrĂ€nken.
    • Verwenden Sie Gruppenrichtlinien, um Benutzerberechtigungen und Zugriffsrechte zu kontrollieren.
  5. Netzwerkverkehr ĂŒberwachen
    • Verwenden Sie Network Security Monitoring (NSM)-Tools, um verdĂ€chtige AktivitĂ€ten zu erkennen.
    • Überwachen Sie auf unbefugten Zugriff, Datenverletzungen und bösartige Software.
  6. Ereignisse auditieren
    • Aktivieren Sie die Überwachung von wichtigen Ereignissen wie Anmeldeversuche, Änderungen an Benutzerkonten und VerstĂ¶ĂŸe gegen Sicherheitsrichtlinien.
    • ÜberprĂŒfen Sie Audit-Protokolle regelmĂ€ĂŸig, um verdĂ€chtige AktivitĂ€ten zu identifizieren.
  7. Updates einspielen
    • Halten Sie Betriebssysteme, Anwendungen und Treiber mit Sicherheits-Patches auf dem neuesten Stand.
    • Implementieren Sie ein Patch-Management-Verfahren, um eine rechtzeitige Installation zu gewĂ€hrleisten.
  8. Anti-Malware-Programme einsetzen
    • Installieren und warten Sie Antiviren- und Anti-Malware-Software auf allen GerĂ€ten, die mit der DomĂ€ne verbunden sind.
    • Scannen Sie regelmĂ€ĂŸig nach Malware und Viren.
  9. Benutzer schulen
    • Informieren Sie die Benutzer ĂŒber Sicherheitsrisiken und bewĂ€hrte Praktiken, wie zum Beispiel die Verwendung sicherer Passwörter und die Vermeidung von Phishing-Betrug.
    • FĂŒhren Sie regelmĂ€ĂŸig Schulungen zum Sicherheitsbewusstsein durch.
  10. SicherheitsprĂŒfungen durchfĂŒhren
    • FĂŒhren Sie regelmĂ€ĂŸige SicherheitsprĂŒfungen beispielsweise durch Red Teaming Assessments oder Penetrationstests durch, um Schwachstellen und Schwachpunkte zu ermitteln.
    • Setzen Sie PlĂ€ne zur Behebung von Sicherheitsproblemen um, damit diese so schnell wie möglich beseitigt werden.

Brauchen Sie Hilfe bei der Absicherung Ihrer Windows-DomĂ€ne oder wollen Sie Ihre Organisation durch ein Red Teaming Assessment prĂŒfen?